„Sehr eifrig hab ich dein vertrauliches Schreiben durchlesen, habe mich an deinem vielfältigen Lob der Treue und der Freundschaft ergötzt, und wie die Aue, wenn der Winter vergangen ist, durch die Blüte deiner Lieblichkeit verjüngt. Wenn alle Glieder meines Leibes in Zungen verwandelt würden, vermöchte ich so großem Lob nicht zu antworten, und wenn ich ganz wie ein löcheriger Schwamm würde, könnte ich soviel Herrlichkeit nicht in mich aufsaugen. Aber du hast, nach dem Bilde des Horaz, an das Menschenhaupt einen Pferdehals gefügt und der schöne Frauenleib läuft unten in einen hässlichen Fisch aus. Denn du hast eine sehr seltsame Chimäre mir vor Augen gestellt und hast aus einem Quell zugleich süßes und bitteres Wasser gegossen. Meines Herzens Aue durch dich getränkt, fing an Blumen und Früchte der Treue und Freundschaft zu gewinnen, da strömte plötzlich die salzige Flut herüber und dörrte ihre holde Anmut.

Denn du hast die Zweige deiner Worte, die zierlich mit Blättern geschmückten, nach mir ausgestreckt und mein Herz angezogen; aber du hast mich wieder zurückgestoßen, daß ich keine Frucht deines Baumes zum Kosten pflücken kann.“