Liebesbriefe

Ist es möglich, meine Liebe

Ist es möglich, meine Liebe, ist es in aller Welt möglich, daß ich Ihnen in so langer Zeit nicht geschrieben habe, daß ich es habe aushalten können, in so langer Zeit nichts von Ihnen zu sehen und zu hören? – Wenn Sie argwöhnisch wären! Wenn ich nicht glaubte, daß Sie mich wohl kennten! – Besorgt mögen Sie immer um mich gewesen seyn, aber wenn Sie je einen argen Gedanken, der meiner und Ihrer unwürdig wäre, von mir gehabt haben: wahrlich, so...

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Ich wollte

Ich wollte, Herrin, bevor ich die Dinge, die Euere Herrlichkeit mit mehrere Male (schon) hat geben wollen, annahm, um sie weniger unwürdig als ich vermochte zu empfangen, etwas eigenhändiges für Sie arbeiten. Nun aber habe ich erkannt und gesehen, daß Gottes Gnade nicht käuflich ist, und daß sie verschmähen eine sehr schwere Sünde ist, und daher sage ich: meine Schuld, und nehme gern die erwähnten Dinge an. Und wenn ich sie habe, – nicht...

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Ich bitte Euch

Ich bitte Euch, sendet mir ein wenig das Kruzifix, wenn es auch noch nicht vollendet ist. Ich möchte es den Edelleuten Seiner Hochwürden des Kardinals von Mantua zeigen; und wenn Ihr heute nicht bei der Arbeit seid, so könntet Ihr nach Eurer Bequemlichkeit mich besuchen und mit mir plaudern. Zu Eurem Befehl Die Marquise von Pescara Vittoria Colonna an Michelangelo

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Der Mann an die Geliebte

„Sehr eifrig hab ich dein vertrauliches Schreiben durchlesen, habe mich an deinem vielfältigen Lob der Treue und der Freundschaft ergötzt, und wie die Aue, wenn der Winter vergangen ist, durch die Blüte deiner Lieblichkeit verjüngt. Wenn alle Glieder meines Leibes in Zungen verwandelt würden, vermöchte ich so großem Lob nicht zu antworten, und wenn ich ganz wie ein löcheriger Schwamm würde, könnte ich soviel Herrlichkeit nicht in mich...

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Das Weib an den Geliebten

„Du liebster unter allen Lieben! Wäre ich erfüllt vom Geiste des Maro und strömte aus mir die Redekunst des Cicero oder eines anderen großen Redners, oder etwa eines rühmlichen Reimers, ich müsste mich doch zu schwach bekennen, deiner schön gefeilten Rede ebenso zu antworten. Lache mich darum nicht aus, wenn ich für meinen Theil etwas vorbringe, weniger zierlich als ich möchte. Du fühlst doch innig mit mir, was ich in meinem Gemüt trage. Es ist...

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